"Dat Spräkrohr"

von Martin Pille

Im April 1983 war es soweit: Nach längerer Vorbereitungszeit setzten sich der damalige Vorsitzende des Heimatvereins, Bernard Robke, Franz Schwalm, Alfons Schröder und Herbert Bley zusammen und gaben das erste - noch recht spärliche Heftchen heraus. Gerade mal 20 Seiten hatte die erste Ausgabe. Herbert Bley, schon damals für das Künstlerische zuständig, zeichnete die Titelseite. Der Schriftzug "Dat Spräkrohr" Mitteilungsblatt des Heimatvereins, ist bis heute unverändert geblieben.

Im Vorwort begründet die Redaktion die Idee. Das Blatt solle ein Bindeglied sein zwischen Vorstand und Mitgliedern und den Bürgern der Gemeinde. Das Spräkrohr ist diesem Anspruch sicherlich gerecht geworden. Wenn die Leser das Spräkrohr durch den Boten ins Haus geliefert bekommen, ist es bereits durch viele Hände gegangen. Denn das "Mitteilungsblatt des Heimatvereins" ist das Werk vieler. Was 1983 als Ausgabe Nr. 1 als Blättchen von 20 Seiten (es war nicht einmal durchnummeriert) begann, - Fotos gab es noch nicht - ist heute ein prachtvolles Magazin von mindestens 40 Seiten.

Die Beiträge damals waren namentlich nicht gekennzeichnet, aber ich bin mir sicher, das meiste stammte aus der Feder von Bernard Robke, damaliger Spiritus rector des "Unternehmens Spräkrohr". Robken Bernd war es auch, der für jede Ausgabe das Signal gab: "Wann hess Du Tied, wi mäöt taugange!" Meistens klappte es dann nach einem halben Dutzend Anrufen, dass sich die Redaktion auf einen ersten Sitzungstermin einigte. Redaktion: Von Anfang an dabei ist nur noch Franz Schwalm. Dazu stießen in der Folge: Benno Grafe, Franz Haskamp, Martin Pille, Hans Werner und Johannes Robke. Die Aufgabe des Koordinators führt seit dem Tode Robkes Franz Haskamp aus. Die Sitzungen der Redaktion finden im Wechsel bei den Mitgliedern statt.

Zunächst wird konstruktive Kritik am letzten Heft geübt. Zu verbessern gibt es immer etwas. Dann kommen die neuen Ideen auf den Tisch und früher "Geschobenes", die Aufträge werden verteilt, die Seitenzahl und der Titel festgelegt, und es wird kalkuliert, ob das Material für die kommende Ausgabe reicht. Jetzt weiß jeder, was er zu schreiben hat. Nun vergeht eine ganze Zeit, und immer wird gemahnt, die Beiträge fertig zu stellen. Inzwischen sind die Fotos restlos gemacht, entwickelt oder aufgetrieben worden. Sie müssen für den Druck aufbereitet werden.

Die Konzepte sind nun (endlich) fertig. Früher schrieb Hans Gründing dann alles "ins Reine".
Heute, in den Zeiten von email und Disketten, geht das alles zunehmend etwas leichter und schneller. Ob auch immer besser, steht dahin. Eine weitere wichtige Station im Werden des Blattes ist Christoph Butz, der seit kurzem das Layout am PC besorgt. Alles das, die gestalteten Druckseiten und die Fotos und Zeichnungen, müssen nun zu einzelnen Spräkrohr-Seiten montiert werden. Jede Seite wird vorgenommen, nummeriert, und Text und Fotos werden auf den "Seitenspiegel" im PC montiert. Eine mühevolle Arbeit, die Konzentration und vor allem Zeit kostet.

Ist das fertig, treten Franz und Thorsten Schwalm und die Druckerei am Hölker Weg auf den Plan. Die Vorlagen werden auf Druckplatten kopiert, mit allerlei Mittelchen bearbeitet und dann Seite für Seite, Vorder- und Rückseite bedruckt, stundenlang dauert das. Natürlich muss der Handel vorher auch das Papier geliefert haben.

Da liegt nun das Spräkrohr in vielen Haufen und separat das Titelblatt, das auf dunkelgrünem Papier bedruckt ist. Riesige Berge von Papier, aber leider noch kein Heft. Teil drei der Herstellung steht nun bevor, und ein Mann tritt in Aktion: Caspar Pleye, Vorsitzender des Heimatvereins. Er organisiert die "Endmontage" des Heftes. Jeder Heimatvereins-Bezirk stellt hierfür Leute ab. Mühsam legen nun die "Zusammenleger" Seite auf Seite aufeinander, jedes einzelne Blatt, bis mit 40 Seiten das Heft "steht" und der Umschlag mit dem Titel das Ganze vollendet. Andere Helfer verrichten dann die Präzisionsarbeit des Zusammenheftens. Dazu kommt dann die "Rentnerband", wie Caspar Pleye die Rentner nennt, die das Falzen besorgen.

Bei Schwalms in der Druckerei warten schon Franz Haskamp und Wilfried Leser an der Schneidemaschine, denn alle Ausgaben müssen noch beschnitten werden, damit alles akurat aussieht. Von Anfang an hat Karl Pleye den Transport übernommen, pünktlich, sicher, zuverlässig. Und so pendelt er im Laufe des Abends etliche Male zwischen Heimathaus und Schwalm, bis alles beschnitten und auslieferungsfähig ist.
Nun bekommt jeder Bezirk seine abgezählten Hefte, die im Bezirk verteilt werden, es gehen aber auch Exemplare an benachbarte Vereine, die uns auch bedenken. Jetzt ist das Spräkrohr fertig, über 1700 Exemplare, und jeder kann ermessen, wie viel Arbeit in ihm steckt. 66 Ausgaben bisher, das sind viele Millionen Druckseiten für Bösel. Allen, die an der Herstellung des Spräkrohrs beteiligt sind, und dazu gehören auch die treuen Einsender für die Preisrätsel, ein herzliches Dankeschön.