Glaßdorf

In zwei Bauernschaften hatte der Heimatverein Bösel 1983 noch keine Mitglieder. Eine davon war die 1923 gegründete Bauernschaft Glaßdorf. Der Heimatverein Bösel startete in diesen beiden Bauernschaften eine Werbeaktion. Das Vorstandsmitglied Caspar Pleye, seines Zeichens Handelsvertreter, kannte sich aus in dem Metier, Leute für eine Sache zu begeistern und zu überzeugen.

Im Winter 1983 zog Caspar Pleye sich die dicke Joppe an und machte sich auf, in der Bauernschaft Glassdorf Mitglieder für den Heimatverein zu werben. Er wurde überall freundlich aufgenommen, es wurde über Wind und Wetter gesprochen, und "dormit hei bi die Külde nich verklaomen dö, wüdd üm meistied `n heiten Grog inschenked" und dann beim letzten Händedruck das Versprechen gegeben, Mitglied im Heimatverein zu werden. 32 mal erhielt er diese Zusage. Am 20. März 1984 wurde bei Ronnebaums Anna in der Gastwirtschaft der Heimatvereinsbezirk Glassdorf gegründet. Heinz Meyer wurde zum Vorsitzenden gewählt; er übte dieses Amt 18 Jahre aus. Heute ist Andreas Meyer Vorsitzender.

".....die Bauernschaft für andere und die Bewohner selbst liebenswerter zu machen....", das sollte der Grundgedanke für die künftige Arbeit sein. Das Gemeinschaftsgefühl, das es in dieser kleinen Bauernschaft schon immer gegeben hatte, sollte intensiviert und ausgebaut werden. Denn man wusste, die vielfältigen Aufgaben, die man sich schon bei der Gründung vorgenommen hatte, konnten nur als Gemeinschaft durchgeführt werden.
(Bilder zum Vergrössern anklicken)

Die Glaßdorfer Frauen und Männer spuckten in die Hände, nahmen Spaten, Forken, Sensen, Trecker und Anhänger und gingen frisch ans Werk. Wegebermen wurden gesäubert und neu bepflanzt; die Pflege des Kriegerdenkmals wurde übernommen. Als man dann auf dem Grundstück des Glaßdorfers Peckskamp einen riesigen Zeugen aus grauer Vorzeit entdeckte, kam man schnell zu der Überzeugung, dass dem ein anderer Lagerplatz besser zu Gesicht stände. Ein Platz als Dorfmittelpunkt und damit gleichzeitig für den Findling wurde schnell gefunden.

Der Findling wurde ans Tageslicht geholt und begleitet von vielen guten Ratschlägen mit schwerem Gerät zu diesem neuen Platz transportiert. Neue Ideen für die Gestaltung des Dorfplatzes wurden geboren. Dann hieß es frei nach Schiller "Fasst das Werk mit Fäusten an!" "Wat dor bi rutkaomen is, dat kann sick seihn laoten." Und wer das nicht glauben will, "die kann et mit eigen Ogen bekieken". An der Robert-Glaß-Straße, gegenüber von Robken Job, da ist der Dorfplatz mit Findling, Ruhebänken, Grillplatz und der Schutzhütte "Glaßdorfer Treff"......für andere und die Bewohner selbst....".

Aber nicht nur "knechtliche" Arbeiten werden erledigt. Auch das Gesellige wird gepflegt. Dazu gehört u.a. das jährliche Abbrennen des Osterfeuers, das Maibaum setzen, die Martinsumzüge, Doppelkopfturniere, Seniorennachmittage, Radtouren, Familienausflüge und Besichtigungsfahrten. Übrigens: Im "Glaßdorfer Treff" kann man sehr gut feiern.

Nähere Auskunft erteilt Andreas Meyer (Tel.: 04494-8461), der als Vorsitzender auch die Schutzhütte verwaltet.